Matthias Albers
Traumatherapeut (MA postgrad.), Heilpraktiker für Psychotherapie
Coach, Prozessbegleiter, Pädagoge, Dozent, Trainer
Behandlungsschwerpunkte
• Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
• Depressionen, Burn-out
• Bindungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen
• Angststörungen, Panikstörungen
• Individuationsprozesse & spirituelle Krisen
• Opfer von Traumatischem Narzissmus, Religiöser Narzissmus, Ekklesiogene Neurosen
• Neurodiversität (insbesondere Spektrumsstörungen & ADS/ADHS bei Erwachsenen))
• Stabilisierung & Resilienztraining
Akademischer Hintergrund
• Postgraduates Studium: Traumatologie & PTBS, Integrated Cognitive Solutions, London/Bracknell
• Tibetischen Medizin, Institute for Higher Tibetan Studies, Hüttenberg/Klagenfurt
• Chinesischen Medizin, University of Westminster, London
• Staatsexamen, Lehramt Oberstufe Allgemeinbildende Schulen, Universität Hamburg:
Philosophie (Schwerpunkte: Wissenschafts- & Erkenntnistheorie, Ökologische Ethik),
Biologie (Schwerpunkt: Humanbiologie, Zellbiologie) &
Erziehungswissenschaft (Schwerpunkte: Kommunikationspsychologie & kybernetische Didaktik)
Traumatherapeutische Ausbildungen
• Somatic Experiencing (SE), Heike Gattnar, München
• IFS Teilearbeit, Tom Holmes, Michigan, USA
• EMDR: Ewa Katarzyna Budna; Sandra Paulsen, Seattle (N.E.S.T.); Esly Carvalho, Brasília (EMDR für Schlafstörungen)
• Image Rescripting Reprocessing Therapy (IRRT), Mervin Schmucker, USA
• Prolonged Exposure Therapy (PET), Lucia Hall, UK
• Narrative Exposure Therapy (NET), Lucia Hall, UK
• Cognitive Processing Therapy (CPT), Lucia Hall, UK
• STAIR, Skill-Training Affective & Interpersonal Regulation, Lucia Hall, UK
• Transgenerationale Weitergabe von Traumata, Heike Gattnar, München
• Healing Intergenerational Trauma, Tirzah Firestone, Colorado
• NARM, Michael Mokrus, ZIST, Penzberg, in Ausbildung seit 2026
Berufliche Weiterbildungen (Auswahl)
• Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde für Psychotherapie
• Buddhistische Psychotherapie bei verschiedenen buddhistischen Lehrern
• Hakomie, körperorientierte Psychotherapie
• Klientienzentrierte Psychotherapie nach Rogers
• Kommunikationspsychologische Interventionsmethoden, Prof. Friedemann Schulz von Thun, Hamburg
• Mediation nach Alexander Redlich (Soziale Architektur von Gruppen)
• Conflict Management, basierend auf dem Thomas Kilmann Instrument, Lucia Hall, UK
• Gewaltfreie Kommunikation, Marshall Rosenberg, USA
• Gewaltfreie Kommunikation & The Works, "Relation-Shift" & "The Compass" bei Arnina Kashtan, Tel Aviv, Israel
• Gewaltfreie Kommunikation, "Embodied Spirituality of NVC", Robert Gonzales, Portland, USA
• Caroline Myss, "Anatomy of the Spirit", "The energetics of healing", "Archetypical Work", Chicago, USA
• Taichi-Lehrer, Daniel Grolle, Wilhelm Mertens, Hamburg, Adam Mizner, Martin Inn, San Francisco
• Intuitives Atmen, Karl Scherer, Freiburg
• Tibetische Energiearbeit, Michaela Bergmeyer, Hamburg
Traumapsychotherapie
Einführende Worte: Warum Traumatherapie?
Studien zeigen: 2/3 aller psychischer Beschwerden haben ihren Ursprung in traumatischen Leiden – oft in Form komplexer Traumatisierungen,
die tief im Körper verborgen sein können. Trauma ist daher nicht die Ausnahme, sondern ein Teil der menschlichen Lebensrealität.
Nicht jedes Trauma entwickelt sich zu einer posttraumatischen Belastungsstörung, doch viele Symptome wie Depressionen, Ängste, Zwänge oder körperliche
Beschwerden und Syndrome lassen sich darauf zurückführen.
Die Auseinandersetzung mit meinen eigenen Traumata mit Hilfe von traumatherapeutischen und spirituellen Methoden war für mich selbst ein entscheidender Weg zu Wachstum und fundamentaler Veränderung.
Dieses Erfahrungswissen verbinde ich mit einer fundierten und breit gefächerten Ausbildung in Psychologie, Kommunikationspsychologie, Psychotherapie, Traumatologie,
asiatischer Medizin (TCM, Tibetische Medizin), Philosophie und Lebenskunst. Dieses Wissen und meine therapeutische Erfahrung stelle ich Ihnen mit Engagement und Freude zur Verfügung.
Leitbild
Der wesentliche Unterschied zwischen einem klassischen, eher distanzierten psychotherapeutischen Ansatz und meiner nondualen Arbeitsweise liegt in der Haltung,
mit der ich meinen Klient:innen begegne. Anstatt eine objektivierende Distanz zu wahren, gestalte ich die therapeutische Beziehung als einen empathischen, authentischen Raum,
der Nähe, Vertrauen und damit Gesundung ermöglicht.
Ich bin mit voller Präsenz an Ihrer Seite, nehme mitfühlenden Anteil an Ihrem Erleben und scheue mich nicht, auch schwierige oder schmerzhafte Themen mit Ihnen zu erkunden.
Dabei bleibe ich als Mensch sichtbar und berührbar – auf Augenhöhe mit Ihnen. Ich bin Ihr Komplize, nicht der Experte, der es besser weiß als Sie.
Therapeutische Methodenvielfalt
Jeder Mensch ist einzigartig – ebenso sein:ihr Nervensystem. Daher gibt es nicht DIE eine Methode, die für alle passt. Mein Ziel ist es, für jede:n Klient:in
einen individuell passenden Methodenmix zu finden.
Grundsätzlich lassen sich traumatherapeutische Verfahren in zwei Richtungen einteilen: top-down (kognitiv orientiert) und bottom-up (gefühls- und körperorientiert).
In meiner Arbeit kombiniere ich beide Ansätze und setze dabei auf Evidenz-basierte, bewährte Verfahren wie ...
Eine wichtige Grundlage meiner Arbeit bilden zudem die klientenzentrierte Psychotherapie nach Carl Rogers und die ...
Eingebettet sind sämtliche meiner therapeutischen Ansätze und Handlungen in einen spirituellen Überbau ohne dass jemals während der Therapie ausdrücklich thematisiert werden muss.
Therapie ist sowohl in meiner Praxis als auch virtuell über Zoom, Teams oder andere Messenger-Dienste möglich. Dabei nutze ich unterstützend auch digitale EMDR-Tools von psylaris.com.
Nonduale Psychotherapie
Was ist eigentlich Nonduale Psychotherapie?
Die mystischen Traditionen aller Weltreligionen wie das mystische Christentum, der Kabbalismus, der Sufismus, der tibetische buddhistische Dzogchen, Hindu Advaita und der Taoismus deuten darauf hin,
dass die Erfüllung des menschlichen Potentials und die Befreiung vom Leiden geschehen, wenn der Fokus der Aufmerksamkeit friedlich in ihrer Quelle weit vor dem Denken ruht.
Diese Quelle könnte man "nondual" nennen: nicht-wertend, unvoreingenommen, akzeptierend, präsent, empathisch, mitfühlend, jenseits von richtig-falsch-Denken.
Nonduale Psychotherapie möchte der Tatsache Rechnung zu tragen, dass letztendlich eine Traumaheilung ohne (eine gewisse) Spiritualität nicht möglich ist.
Wir können unsere Traumata ergründen, verstehen, lindern, unter Kontrolle bringen, etc., aber eine fundamentale Heilung und Integration schließt die spirituelle Dimension mit ein.
Dafür müssen Sie vorher nicht bereits religiös oder spirituell interessiert sein. Diese Dimension wird früher oder später von selbst auftauchen und zur Heilung beitragen, ...
... wenn Sie dran bleiben.
Wissenschaft & Spiritualität
Es gibt einen empirischen Grund, warum wir das Nicht-zu-beweisende doch kultivieren sollten: Es hat sich nämlich als heilsam erwiesen.
Carl Gustav Jung
Wissenschaft und Spiritualität wirken auf den ersten Blick wie gegensätzliche Pole. Versteht man sie jedoch nicht binär,
sondern im größeren Zusammenhang, zeigt sich: Beide sind Teil komplexer Beziehungsgeflechte, eingebunden in das lebendige Ganze von Natur und Menschlichkeit.
In dieser Verbindung finden wir Homöostase, Kohärenz und Konvergenz – und erkennen, dass unser Dasein letztlich nicht von Dualismen bestimmt ist.
Auch wenn unsere Sprache meist dualistisch geprägt ist, weist uns die Naturphilosophie auf eine tiefere Wahrheit hin: Der vermeintliche Gegensatz zwischen „Ich“ und „Umwelt“ existiert nur scheinbar.
Wir sind nicht getrennt von der Natur – wir sind Natur.
Das Verständnis dieser nondualen Dimension erschließt sich oft erst Schritt für Schritt. Mithilfe einer begleitenden Instanz, wie etwa in der therapeutischen Beziehung, wird es möglich,
diese Erfahrung zu vertiefen und unser verkörpertes Dasein in seiner ganzen Menschlichkeit bewusst zu erleben.
Ressourcen
Diagnostik & Psychoedukation zum Download
Assessmentformulare
Internationaler Traumafragebogen gemäß ICD-11
Fragebogen: Auswirkungen traumatischer Ereignisse
Fragebogen: Körperliche und psychische Gesundheit nach Trauma
Informationen über Posttraumatische Belastungsstörung
PTBS Symptomcluster
Polyvagale Landkarte - Erregung im Nervensystem
Nervensystem außerhalb des Toleranzfensters
Ich kann: Stress bewältigen, Herausforderungen meistern und Konflikte lösen.
Geführte Meditationen & Podcasts
In Kürze hier erhältlich!
Formales
Therapie Online
Virtuelle Bildschirm-gestürzte über Zoom, Teams oder einen anderen Messenger ist jederzeit möglich. Besonders virtuelles EMDR über zusätzliche digitale Tools funktioniert erstaunlich gut.
Zeitformate, Häufigkeit & Kosten der Therapiesitzungen
Grundsätzlich biete ich zwei Zeitformate an: 60min und 90min-Sitzungen. Weitere individuell zugeschnittene Formate sind möglich.
Je nach persönlichem Bedarf des/der Klienten*in empfehle ich entweder eine wöchtliche oder zweiwöchentliche Frequenz.
Honorar: 60min = 110-120 €/pro Sitzung; 90min= 140-150 €/pro Sitzung.
Trauma-sensible Paartherapie: 90min = 160 €/pro Sitzung;
Kennenlernsitzung
Eine Kennenlern-Sitzung dauert 60min und kostet 50% des normalen Satzes, also 60 EUR. Der Betrag ist als Vorauszahlung mittels Überweisung oder per paypal zu entrichten.
Terminabsagen
Kostenlos bis 24 Stunden vor Beginn der Sitzung. Falls Sie zu kurzfristig weniger als 24 Stunden vorher absagen, müssen Sie die vollen Kosten tragen. Dies gilt auch für Kennenlernsitzungen.
Selbstzahler & Heilpraktikerzusatzversicherungen
Als Heilpraktiker für Psychotherapie kann ich (fast) ausschließlich Selbstzahler akzeptieren.
In seltenen Fällen zahlt Ihre Heilpraktiker-Zusatzversicherung, sofern Sie eine solche vor einiger Zeit abgeschlossen haben.
Bitte informieren Sie sich diesbezüglich selbstständig bei Ihrer Krankenkasse.
Sprechen Sie mit mir über weitere Finanzierungsmöglichkeiten.
Für weitere Absprachen hinsichtlich alternativer Finanzierungen wenden Sie sich gerne an info(a)empathiehafen.de
Oder verwenden Sie das Kontaktformular dieser Webseite unter "Kontakt"!
Vorteile einer selbstfinanzierten Therapie
Wenn Sie eine kassenfinanzierte Therapie gemacht haben, kommt es bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung,
einer Lebensversicherung oder beim Wechsel in eine private Krankenkasse immer wieder zu Schwierigkeiten und Einschränkungen.
Eine Überprüfung Ihrer Krankengeschichte durch die Versicherungen kann zudem zu einer Einstufung in eine höhere Kostenrisikoklasse führen.
Bei einer selbstfinanzierten Therapie werden keine Daten an offizielle Stelle weitergeleitet. Es finden keinerlei Einträge in entsprechende Register statt.
Sämtliche erhobenen Daten bleiben vertraulich.
Somatic Experiencing (SE)
*Somatic Experiencing nach Peter Levine ist ein körperorientiertes, „Bottom-up"-Verfahren, das über die achtsame Wahrnehmung
von Körperempfindungen unterbrochene Stress- und Schutzreaktionen im Nervensystem löst.*
Trauma hinterlässt Spuren nicht nur im Denken und Erinnern, sondern im Körper selbst: in chronischer Anspannung, in Erstarrung,
in einem Nervensystem, das immer wieder in Alarmbereitschaft schaltet. Somatic Experiencing nach Peter Levine arbeitet bottom-up –
über die Wahrnehmung von Körperempfindungen, über Bewegung und über das behutsame Nachvollziehen unterbrochener Schutzreaktionen.
Ziel ist es, dem Nervensystem zu helfen, unvollendete Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsimpulse zu lösen und zurück in einen regulierten
Zustand zu finden.
Gerade weil komplexe PTBS oft vorsprachlich, in früher Kindheit oder präverbal entstanden ist, kann Sprache und Verstehen allein hier an Grenzen stoßen.
Somatic Experiencing ergänzt kognitive und Teile-Arbeit um diese körperliche Dimension und bildet gemeinsam mit ihr die Basis für eine Verarbeitung,
die den ganzen Menschen einbezieht – nicht nur seinen Kopf.
NARM
*NARM (NeuroAffective Relational Model) nach Laurence Heller ist ein Ansatz zur Behandlung von Entwicklungstrauma, der kognitive, körperliche und beziehungsorientierte Elemente
verbindet und den Fokus auf gegenwärtige Muster statt auf einzelne vergangene Ereignisse legt.*
NARM wurde speziell für die Behandlung von Entwicklungstrauma entwickelt – also für Verletzungen, die in frühen Bindungsbeziehungen entstanden sind
und sich bis heute in Mustern von Selbstwert, Beziehungsgestaltung und Identität zeigen. Statt sich primär auf einzelne belastende Ereignisse zu
konzentrieren, richtet NARM den Blick auf die gegenwärtige Lebendigkeit: Wie zeigen sich alte Überlebensstrategien im Hier und Jetzt, in Beziehungen,
im Körper, im Kontakt mit sich selbst?
NARM verbindet dabei bewusst kognitive, somatische und beziehungsorientierte Elemente – und passt damit besonders gut in einen integrativen
Behandlungsansatz bei komplexer PTBS, wo Entwicklungstrauma häufig die zugrunde liegende Dynamik bildet. In meiner Arbeit dient
NARM oft als verbindendes Element zwischen den eher körperorientierten und den eher beziehungs- und identitätsbezogenen Anteilen der Therapie.
Teilearbeit (IFS & Ego-States)
*IFS (Internal Family Systems) nach Richard Schwartz und die Ego-State-Therapie nach John und Helen Watkins verstehen die Psyche als System
innerer Anteile mit je eigenen Funktionen, Gefühlen und Überzeugungen, die im therapeutischen Dialog kontaktiert und integriert werden.*
Nach belastenden oder traumatischen Erfahrungen entwickelt die Psyche häufig innere Anteile mit je eigenen Aufgaben, Überzeugungen und Gefühlen –
ein wachsamer Beschützer, ein verletztes inneres Kind, ein kritischer Antreiber. Im Modell des Internal Family Systems (IFS) und der Ego-State-Therapie
verstehen wir diese Anteile nicht als Störung, sondern als sinnvolle, oft in der Vergangenheit entstandene Lösungsversuche.
Die Arbeit besteht darin, mit diesen Anteilen in Kontakt zu treten, ihre Anliegen zu verstehen und ihnen zu helfen, aus alten Schutzfunktionen
in ein entspannteres Miteinander zu finden.
Teilearbeit ist besonders bei komplexer PTBS zentral, weil sie innere Konflikte – etwa zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst davor –
direkt bearbeitbar macht. Sie verbindet sich im integrativen Prozess eng mit körperorientierten Methoden, die den Anteilen auch auf körperlicher
Ebene Raum geben, und mit der non-dualen Perspektive, die den Blick auf das ruhige, unbeschädigte Selbst hinter allen Anteilen öffnet.
EMDR
*EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) nach Francine Shapiro ist eine systematische, in klar strukturierten Schritten ablaufende Methode, bei der belastende Erinnerungen
unter bilateraler Stimulation – meist über geführte Augenbewegungen – neu verarbeitet werden.*
EMDR nutzt bilaterale Stimulation – meist über Augenbewegungen –, um belastende Erinnerungen, die im Nervensystem gleichsam „feststecken",
neu zu verarbeiten. Was ursprünglich unverarbeitet und gegenwärtig bedrohlich wirkt, kann so schrittweise seine emotionale Wucht verlieren
und als abgeschlossene Vergangenheit abgespeichert werden. EMDR gilt als eine der am besten erforschten Methoden zur Behandlung traumatischer Erinnerungen.
Bei komplexer PTBS mit vielfachen, oft frühen Belastungen wende ich EMDR selten isoliert an, sondern eingebettet in eine sorgfältige Stabilisierungs -
und Ressourcenarbeit im Vorfeld – etwa mithilfe von Teilearbeit oder somatischen Verfahren –, damit die Verarbeitung tragfähig
und nicht überwältigend verläuft. So wird EMDR zu einem präzisen Werkzeug innerhalb eines größeren, individuell abgestimmten Behandlungsbogens.
Kognitive Methoden
*Kognitive Verfahren – u. a. aus der Kognitiven Verhaltenstherapie – arbeiten mit der Identifikation, Überprüfung und Veränderung belastender
Gedanken und Grundüberzeugungen: ein sprachlich-reflektierter, „Top-down"-orientierter Zugang zum Erleben.*
Gedanken, Überzeugungen und innere Bewertungen prägen, wie wir eine traumatische Erfahrung heute verstehen und mit ihr leben.
Kognitive Methoden setzen genau hier an: Sie machen belastende Denkmuster – etwa Schuld- oder Schamüberzeugungen, wie sie bei
komplexer Traumafolgestörung häufig sind – sichtbar, überprüfbar und veränderbar. Als „Top-down"-Ansatz arbeiten sie über das bewusste Verstehen
und schaffen Orientierung, Struktur und ein Stück Kontrolle zurück in einen oft chaotisch erlebten inneren Zustand.
Allein reichen kognitive Methoden bei komplexer Traumatisierung selten aus, denn Trauma sitzt nicht nur im Denken, sondern auch
im Körper und im Nervensystem. Deshalb setze ich sie gezielt dort ein, wo Klarheit und Verstehen den nächsten Schritt ermöglichen –
eingebettet in einen Prozess, der ebenso auf körperorientierte und beziehungsorientierte Verfahren zurückgreift.
So wird aus dem Verstehen kein Selbstzweck, sondern ein tragfähiges Fundament für tiefere Veränderung.
Compassion Focused Therapy (CFT)
*Compassion Focused Therapy nach Paul Gilbert ist ein Ansatz, der gezielt das innere „Mitgefühlssystem" stärkt, um selbstkritische und
beschämende innere Muster durch erfahrbare Sicherheit und Wärme auszubalancieren.*
Viele Menschen mit komplexer Traumafolgestörung tragen einen unerbittlich strengen inneren Kritiker in sich – eine logische Folge früher
Erfahrungen von Beschämung oder Vernachlässigung. Compassion Focused Therapy setzt gezielt hier an: Sie hilft, ein inneres „Mitgefühlssystem"
aufzubauen und zu stärken, das Beruhigung, Sicherheit und Wärme vermitteln kann – oft zum ersten Mal in einer Weise, die bewusst erfahrbar wird.
CFT verbindet dabei Elemente aus Kognitionswissenschaft, Bindungsforschung und Achtsamkeitspraxis und fungiert in meiner Arbeit, ähnlich wie die
Gewaltfreie Kommunikation, als verbindende Haltung: Sie durchzieht die Arbeit mit den inneren Anteilen ebenso wie die Momente der Stabilisierung
zwischen intensiveren Verarbeitungsschritten und trägt so wesentlich zur Ganzheitlichkeit des Behandlungsprozesses bei.
Gewaltfreie Kommunikation (GfK)
*Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg ist ein Kommunikationsmodell, in dem konsequent zwischen Beobachtung und Bewertung,
echten Gefühlen und Psyeudogefühlen, sowie essentiell zwischen Bedürfnissen und Strategien unterschieden wird. Gefühle und die dahinterliegenden Bedürfnisse stehen
im Mittelpunkt des Kontakts statt Urteile und Diagnosen.*
Gewaltfreie Kommunikation ist bei mir kein eigenständiges „Verfahren" neben den anderen, sondern die Haltung und Sprache, in der die therapeutische Beziehung
selbst stattfindet. Sie beinhaltet unbedingte Empathie und präsentiert eine Bedürfnis-orientierte, mitfühlende Weltsicht, für Heilung und Augenhöhe, statt Dominieren oder Unterwerfung.
Auf diese Weise fungiert die GfK gerade für Menschen mit komplexer Traumatisierung, die Kritik und Ablehnung oft besonders sensibel erleben, als ein zentraler Sicherheitsfaktor.
GfK bildet damit das kommunikative Fundament, auf dem alle anderen Methoden erst wirksam werden können: Ob Teilearbeit, EMDR, NARM oder Somatic Experiencing –
all diese Prozesse gelingen nur in einer Beziehung, die von echtem, wertfreiem Kontakt getragen ist.
Nonduale Psychotherapie (NP)
*Nonduale Psychotherapie nach John Prendergast überträgt Einsichten kontemplativer Traditionen – u. a. Advaita und buddhistische Praxis – in den therapeutischen Kontext
und richtet den Blick auf das unveränderliche, unbeschädigte, stets heile Gewahrsein hinter allen Symptomen und Anteilen.*
Während die meisten der genannten Methoden am Verändern, Verarbeiten und Integrieren ansetzen, öffnet die nondual-psychotherapeutische Perspektive
einen ergänzenden Raum: die Erfahrung, dass hinter allen Symptomen, Anteilen und Geschichten ein stiller, unbeschädigter Wesenskern liegt,
der nie wirklich verletzt wurde. Diese Haltung – geprägt von Traditionen wie Advaita oder buddhistischer Kontemplation, übersetzt in einen therapeutischen Kontext –
ergänzt das aktive „Daran-Arbeiten" um ein „Ausruhen-in-dem, was bereits da ist".
In meinem integrativen Ansatz bildet die nondual-psychotherapeutische Perspektive bewusst den Überbau: Sie relativiert nicht die Notwendigkeit von Verarbeitung,
Teilearbeit oder Körperarbeit, sondern gibt ihr einen größeren Rahmen – die Erinnerung daran, dass Heilung nicht nur im Reparieren des Beschädigten liegt,
sondern auch im Wiedererkennen dessen, was in einem Menschen immer schon ganz war.
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